Forschungsprojekte

In unseren Forschungsprojekten arbeiten wir im engen Schulterschluss mit Unternehmen der produzierenden Industrie, Lösungsanbietern und anderen Forschungseinrichtungen. Eine Auswahl aktueller und vergangener Forschungsprojekte zum Themenfeld Baukastengestaltung und Komplexitätsmanagement finden Sie hier:


Kundenspezifische Starting Solutions und Produktarchitekturadaption im B2B-Konfigurationsprozess

Kunden fordern eine zunehmende Leistungsindividualisierung, die eine Erhöhung der Variantenvielfalt bedingt und die unternehmensinterne Komplexität erhöht. Insbesondere Unternehmen im Projektgeschäft, speziell einer Engineer-to-Order (ETO)-Auftragsabwicklung, zeichnen sich durch einen hohen Individualisierungsgrad aus. Die Reduktion der Produktvarianten ist hier schwer realisierbar, da sie innerhalb eines möglichen Lösungsraums stattfinden muss. Für Unternehmen resultieren hieraus zwei Herausforderungen. Erstens müssen die varianteninduzierten Komplexitätskosten minimiert werden und zweitens die kundenseitige Entscheidungskomplexität im Produktauswahlprozess berücksichtigt werden. Aufbauend auf einem abgeschlossenen DFG-geförderten Forschungsprojekt zur nutzensteigernden Reduzierung der Produktvielfalt muss beantwortet werden, wie die kundenspezifischen Anforderungen sowohl effizient als auch komplexitätsreduzierend in Produktarchitekturen übersetzt werden können. Das geplante Forschungsvorhaben bewirkt eine Effizienz- und Effektivitätssteigerung des Konfigurationsprozesses von B2B-Unternehmen durch Definition von Starting Solutions sowie Abbildung und Berücksichtigung von kundenseitigen Präferenzen und internen Komplexitätsauswirkungen. Dieser Ansatz ermöglicht außerdem die Adaptionen der Produktarchitektur und erzielt früh im Konfigurationsprozess eine höhere Übereinstimmung zwischen dem Produkt und den Kundenpräferenzen.



GiBWert - Gestaltung innovativer Baukasten- und Wertschöpfungsstrukturen

Baukastensysteme befähigen zu einer effizienten Erstellung eines differenzierten Angebots und ermöglichen es ein variantenreiches Produktprogramm aus einer möglichst geringen Anzahl von Bausteinen zu erzeugen. Die Gestaltung eines solchen Produktbaukastens erfolgt derzeit jedoch noch häufig intuitiv und nicht anhand eines speziell hierfür ausgelegten Baukastenentwicklungsprozesses.
Um Produktbaukästen künftig entsprechend der beschriebenen Anforderungen gestalten zu können, zielt das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt GiBWert auf die Konzeption und
Detaillierung von konfigurierbaren Prozessbausteinen ab, welche die wesentlichen Planungsschritte eines Baukastenentwicklungsprozesses definieren. Dieser soll die
konventionellen Produktentwicklungsprozesse (PEP) nicht ersetzen, sondern vielmehr eine übergeordnete Struktur zur systematischen Erzielung von Skaleneffekten bieten.
Ergebnis des Forschungsprojekts ist ein Vorgehensmodell zur Gestaltung von Produktbaukästen im Maschinenbau.



Entwicklung einer Methodik zur Steigerung der Skaleneffekte durch eine ähnlichkeitsbasierte Produktkonfiguration

Insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Variantenvielfalt der Produkte zu beobachten. Vor dem Hintergrund der heterogenen und fragmentierten Märkte liegt der Nutzen der Bildung von Produktvarianten darin, die Anforderungen der individuellen Kundengruppen möglichst exakt zu treffen. Aus diesem Grund strukturieren immer mehr Unternehmen ihre Produkte in einer modularen Bauweise, um so nahezu individuell konfigurierbare Endprodukte erzeugen zu können, ohne auf baureihenübergreifende Skaleneffekte verzichten zu müssen. Verschiedene Konfigurationen von Produktaufträgen verursachen im Unternehmen jedoch unterschiedlich hohe Kosten, da beispielsweise Anpassungen an bereits bestehenden Produktvarianten vorgenommen werden müssen. Besonders der Verkauf von unrentablen Produktvarianten an strategische Kunden führt zu einem unwirtschaftlichen Anstieg der Variantenvielfalt, obwohl einem Kunden idealerweise bereits frühzeitig im Konfigurationsprozess eine Vorzugsvariante, d. h. eine vordefinierte Standardkonfiguration des Produktes, angeboten werden sollte. Zielsetzung des geplanten Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer Methodik zur Ermittlung der optimalen Produktkonfiguration durch die Ähnlichkeitsanalyse bestehender Produktvarianten, um so die Skaleneffekte entlang des Auftragsabwicklungsprozesses eines Unternehmens im Maschinenbau ganzheitlich zu optimieren und gleichzeitig dem Kunden eine Kosten-Nutzen-optimale Produktkonfiguration anbieten zu können. Durch Anwendung der Ähnlichkeitsanalyse lässt sich ein Produktauftrag hinsichtlich seines strategischen Nutzens und hinsichtlich der verursachten direkten und indirekten Kosten bewerten, um vor dem Hintergrund der Kundenanforderungen die optimale Konfiguration des Produktauftrags zu ermitteln.


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Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen

Lehrstuhl für Produktionssystematik

Abteilung Innovationsmanagement

Campus Boulevard 30

52074 Aachen

 

Ansprechpartner:

 

Dr.- Ing. Christian Dölle

Oberingenieur / Abteilungsleiter

C.Doelle@wzl.rwth-aachen.de

Tel.: +49 (0) 241 80-27568

Mobil: +49 (0) 151 43184343